Freitag, 29. Juni 2012

Zum Glück ist unser Haus nicht unterkellert

Wir warten immer noch auf Heuwetter. Stattdessen gab es dann heute mehrmals Weltuntergang in Form heftigster Sommergewitter mit Hagel und allem drum und dran.




                                                                                   






Donnerstag, 28. Juni 2012

Kleine Ryeland ganz groß

                                                                                 

Erinnert ihr euch an den Neunpfünder? Ich habe euch das damals neugeborene Ryelandmädel am 12. April in dem Post vorgestellt. So sieht sie heute, mit knapp drei Monaten aus. Sie hat sich prächtig entwickelt. Die Kleine ist bereits reserviert und wird demnächst mit ihrer Halbschwester, einem anderen kleinen Ryelandmädel, in ihr neues Zuhause umziehen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Was (unsere) Schafe so fressen

Schafe fressen Gras. Logisch. Aber es sind mitnichten nur Rasenmäääääher, als die sie gerne bezeichnet werden.  Gerade unsere Rassen brauchen abwechslungsreiches Futter.
Die hiesigen Weiden sind mit ihrem Deutschen Weidelgras oft viel zu einseitig. Wir sind froh, dass wir unsere Koppeln extensiv bewirtschaften können und die Schafe hier auch viel Futter finden, das andere Leute am liebsten komplett von ihren Weiden verbannen wollen, notfalls mittels Giftspritze. Hier eine kleine Auswahl, was unsere Schafe gerne ab und an fressen:

Die Walliser Schwarznasen stehen zur Zeit auf einer Moorkoppel. Die Gräben werden nicht ausgebaggert, dies sind unsere Weiden, die während einer Trockenheit immer noch reichlich Futter bieten. Ansonsten haben wir hier nur Sandböden (Kiesabbaugebiet), und wenn es zwei, drei Wochen nicht regnet, wird das Futter auf den anderen Weiden schnell knapp. Auf den Moorweiden wächst immer etwas. Unter anderem wachsen in den Gräben auch Binsen. Auch die werden gefressen, wie Walliser Schwarznase Olga hier beweist.

                                                       


Devon Longwoolbock Rudy und Gotlandbock Steinn fressen Brennnesseln. Den meisten Menschen dürfte inzwischen bekannt sein, dass Brennnesseln u.a. gut für die Blutreinigung sind. Wir lassen auf jeder Weide obendrein Brennnesseln stehen, da sie auch wichtige Futterpflanzen für andere Tiere, z.B. Raupen sind.



Shetlanderin Tiffy nascht hier an einer Diestel. Diesteln werden besonders gerne zum Herbst hin gefressen. Da werden von den Tieren teilweise ganze Felder vernichtet. Allerdings gibt es da auch Unterschiede, es gibt einen Haufen verschiedene Diestelarten.


Gotlandpelzschaf Viola probiert hier etwas von dem Borretsch, der in meinem ehemaligen Gemüsegarten wächst. Den dürfen die Schafe jetzt auch beweiden, da ich dafür leider keine Zeit mehr habe. Der Rhabarber kam auch gut an, die Himbeeren sowieso. 

                                         

Es ist nun aber nicht so, dass Schafe, auch nicht unsere, auf einer Weide grundsätzlich alles abfressen, was von anderen Tieren verschmäht wird. Gerade Pferdeleute sind oft der Meinung, sie stellen sich zwei Schäfchen auf ihre paar Hektar Pferdeweide, damit sie Ampfer und Brennnesseln vernichten. Das funktioniert natürlich auch nicht. Schafe, wie auch alle anderen Weidetiere, brauchen eine große Auswahl an Futterpflanzen, um ihre Bedürfnisse zu decken. Auch meine Pferde fressen durchaus Brennnesseln und Diesteln. Nur sind gerade Pferdeweiden oft überweidet und schlecht gepflegt, das können dann ein paar Schäfchen auch nicht ausgleichen.

Da wir unsere Flächen zwar extensisv bewirtschaften, aber keinerlei Subventionen erhalten, sind wir frei darin, auch einmal Flächen zu mulchen. Beim Mulchen wird, im Gegensatz zum Mähen, dass Mähgut gleich zerkleinert und bleibt auf den Flächen als Dünger liegen. Würde man es mähen, würden die abgemähten Pflanzen eine Schicht bilden und die nachwachsenden Pflanzen beim Wachstum behindern.

Wir mulchen regelmäßig einen Teil unserer Flächen, nachdem die Schafe sie einige Zeit beweidet haben. Vor allem überständiges Gras, große Ampferpflanzen und überhand nehmende Brennnesseln werden so eingedämmt.




Ok, die paar Diesteln im Vordergund hätte man jetzt auch stehen lassen können... ;-)
Aber das großflächig überständige Gras soll hier etwas dezimiert werden.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Vom Schaf zum - Haus

Ein beeindruckendes Video, wie in der Mongolei eine Yurte entsteht.

                                                      

Sonntag, 17. Juni 2012

Das liebe Wetter, oder: Klimaerwärmung? Wo?

Seit wir (Weide-) Tiere haben, vor allem, seit wir Schafe haben, beachten wir das Wetter natürlich auf ganz andere Weise. Und es kommt mir zunehmend verrückt vor. Es wird immer schwieriger, Futter einzufahren.
Der Winter kann ja gerne streng sein, aber spätestens im März sollte doch der Frühling einkehren ("Im Märzen der Bauer....." *sing*), dass man die Wiesen vorbereiten kann. Schleppen, eventuell walzen, eventuell düngen. Im April sollte es dann viel regnen bei gemäßigten, wenn auch wechselhaften, Temperaturen, das Gras wächst. Im Mai können dann die Tiere auf die saftigen Sommerweiden. Die Mähwiesen wachsen noch etwas weiter. Nach den Eisheiligen wird es schön warm und trocken, die Schafe werden geschoren. Im Juni ist es dann richtig heiß und trocken, das Heu kann eingefahren werden. Hierfür braucht man ca. fünf heiße und trockene Tage, gerne mit etwas Wind, das erhöht die Verdunstung.


Ende Juni regnet es gerne einmal etwas anhaltender bei kräftigem Wind (deshalb findet dann auch die Kieler Woche statt...), das Gras wächst wieder nach. So die Theorie.


Und wie sieht die Realität aus? Die letzten Winter dauerten lange. Viel zu lange, als dass die Vegetation im Frühjahr richtig in Gang kommen konnte. Im März und April war es viel zu trocken und kalt. Nichts wuchs.


In diesem Jahr ist es extrem, erst viel zu trocken, seit Ende Mai regnet es immer mal wieder. Gerade so viel, dass die Schafe draußen nicht geschoren und das Gras nicht gemäht werden können. Jedoch zu wenig, dass es für das Graswachstum reichen würde. So spät wie jetzt waren wir noch nie mit der Schur dran. Gestern haben wir noch ein paar Tiere geschafft, die wir vorher in den Stall geholt hatten, dass sie trocken sind. Wenn das Wetter so bleibt, und so sieht es aus, dann müssen wir die restlichen 15 auch noch in den Stall holen, dass wir sie endlich scheren können.


Das Gras ist immer noch am Halm und verholzt zunehmend. Das mögen die Schafe gar nicht, die werden im Winter dann ordentlich rummäkeln und aussortieren.


Ganz davon abgesehen ist es einfach zu kalt. Den Ofen noch Mitte Juni anheizen, weil morgens gerade einmal drei (!) Grad sind - total verrückt.

Freitag, 15. Juni 2012

Pull-over

Bella hat sich ihr Vlies am Hals schon abgekrempelt.


Wir sind immer noch nicht durch mit der Schur. Gestern abend hat der Scherer noch ein paar Schafe geschafft. Vor kurzem habe ich zwar noch gejammert, dass es viel zu trocken ist, aber dieser regelmäßige Regen bringt auch nichts. Es hat lange noch nicht genug geregnet, was die Vegetation betrifft, die Böden sind nach wie vor viel zu trocken. Allerdings pladdert es fast täglich ein wenig, so dass die Schafe zu nass sind zum Scheren und wir auch nicht mähen und Heu machen können.



Ein paar Tiere haben wir schon wieder nach Hause geholt. Sie werden dann heute im Stall eingesperrt, damit sie morgen geschoren werden können. Nur können wir nicht ALLE wieder nach Hause holen, das ist nun wirklich zu viel Aufwand. Ein paar Böcke müssen auch noch geschoren werden.


Wensleydale Longwool Edward und Devon Longwool Billy sind schon geschoren. Da es für die Jahreszeit viel zu kalt ist (nachts teilweise 3Grad!),
wächst die Wolle schon wieder ordentlich nach. Schwarznase Paul benötigt noch die Sommerfrisur



Dienstag, 5. Juni 2012

Um- und Nachweide


Die meisten unserer Tiere sind auf den Sommerweiden außerhalb Stocksees und den Nachbardörfern verteilt. Der Aufwuchs auf diesen Weiden ist, da sie den ganzen Winter Ruhe hatten, noch ganz gut. Allerdings ist es auch dort nicht so üppig, es ist einfach viel zu trocken, seit Wochen hat es nicht vernünftig geregnet. Da wir hier reinen Kiesboden haben, wir sind Hauptabbaugebiet für Kies, ist das für das Weideland natürlich fatal.

Meine Shetlander sind noch auf der Hausweide. Die Lämmer dieser Zwergschafe sind teilweise immer noch so klein, dass sie sich problemlos durch die Maschen des Schafzauns quetschen können - und das tun sie auch. Das Gras nebenan schmeckt bekanntermaßen immer besser. Aus diesem Grund habe ich die Tiere lieber unter Aufsicht am Haus. Unserer Aufsicht, aber vor allem auch der Aufsicht unserer lieben Nachbarn (das ist durchaus so gemeint), die immer ein wachsames Auge auf unsere Schäfchen haben.

                                          

Vor allem sind auch noch die Flaschenlämmer am Haus, wie meine hier abgebildete kleine Shetlanderin Tiffy, die von ihrer Mutter Marcy leider nicht angenommen wurde. Leonie, eine Wensleydale, bekommt auch noch die Flasche zu, da ihre Mutter Winnie anfangs zu wenig Milch hatte. Inzwischen bekommt Leonie dort zwar genug, besteht aber auch noch immer auf ihre Flasche dazu. So bekommt sie auch noch ein wenig, so bleibt sie schön zahm.

Der Aufwuchs auf den Hausweiden, die den ganzen Winter beweidet wurden, ist naturgemäß dürftig, reicht aber für die paar Tiere. Gestern war dann trotzdem einmal ein Weidewechsel angesagt, da Schafe einfach sehr wählerisch sind und auch viele Gräser stehen lassen. So kommen sie alle paar Wochen auf eine neue Weide, die vorige wird gemulcht und bekommt etwas Ruhe - und hoffentlich Regen! So haben wir die Weiden am Haus in mehrere Stücke unterteilt, dass immer frischer Aufwuchs garantiert ist.

Hier läßt Andie die Shetlander auf die neue Weide, sie können es kaum erwarten und stürmen durch die Zaunlücke.



Bevor der Mulcher zum Einsatz kommt, dürfen die Pferde nachweiden. Andere Leute holen sich Schafe, um die Pferdeweiden zu pflegen, bei uns dürfen die dicken Isländer erst nach den Schafen auf die Weiden. Auch die beiden Isis waren hocherfreut, auf eine neue Weide zu kommen. Ihre war noch abgefressener...  Die 31jährige Brana (links) und der 20jährige Skafti lassen sich zu einer kleinen Galoppeinlage hinreißen.


                                         Der "Jungspund" Skafti dreht noch eine Extrarunde...

                     ... um sich dann für die Fotografin noch etwas in Positur zu stellen.





Es ist zu trocken!! Stein-reich sind wir sowieso.. Das ist ein Teil der Weide, auf die die Schafe erst gelassen wurden, wohlgemerkt. Teilweise null Aufwuchs, die Weide hatte drei Wochen Ruhe.


Sonntag, 3. Juni 2012

Lämmerumzug

Am Freitag wurden gleich ein ganzer Schwung Lämmer von ihren neuen Besitzern abgeholt, nachdem sie schon im Winter reserviert wurden. Vier Wensleydale Longwool, eine Devon Longwool und eine Ryeland wurden, frisch entwurmt und mit Ohrmarken versehen, verladen, nachdem jetzt auch die Jüngste von der Mutter abgesetzt werden konnte. Die sechs werden aber nicht etwa von Privatleuten zum Vergnügen gehalten, sondern werden eine Aufgabe haben im Heilpädagogium an der Ostsee, bei den Eckern-Förderern in gleichnamigem Ort nördlich von Kiel. Als das Ryelandmädel geboren wurde, habe ich schon kurz davon erzählt (*KLICK*). Die Schafe werden dort von den Menschen mit Behinderungen betreut und versorgt werden. In der Werkstatt, in der bisher schon u.a. Holz- und Keramikarbeiten gefertigt werden, wird dann auch die Wolle der Schafe verarbeitet, u.a. an den Spinnrädern, die inzwischen auch dort hergestellt werden.

In der Werkstatt wird jedoch nicht nur gesponnen, sondern auch gefilzt. Ich habe diese wunderschöne Filzlampe bekommen, die aus unserer Wensleydalewolle gefilzt wurde. Mit einer batteriebetriebenen Lichterkette versehen verströmt sie dieses heimelige Licht. Besonders schön finde ich die einzelnen Locken, die noch zu erkennen sind.                                         













Die Website des Heilpädagogiums ist leider nicht ganz aktuell. Hier gibt es als Vorgeschmack schon einmal den Flyer mit den Einzelheiten zum Küstenspinner, dem Spinnrad, das in den Werkstätten der Ecker-Förderer hergestellt wird.