Dienstag, 5. Juni 2012

Um- und Nachweide


Die meisten unserer Tiere sind auf den Sommerweiden außerhalb Stocksees und den Nachbardörfern verteilt. Der Aufwuchs auf diesen Weiden ist, da sie den ganzen Winter Ruhe hatten, noch ganz gut. Allerdings ist es auch dort nicht so üppig, es ist einfach viel zu trocken, seit Wochen hat es nicht vernünftig geregnet. Da wir hier reinen Kiesboden haben, wir sind Hauptabbaugebiet für Kies, ist das für das Weideland natürlich fatal.

Meine Shetlander sind noch auf der Hausweide. Die Lämmer dieser Zwergschafe sind teilweise immer noch so klein, dass sie sich problemlos durch die Maschen des Schafzauns quetschen können - und das tun sie auch. Das Gras nebenan schmeckt bekanntermaßen immer besser. Aus diesem Grund habe ich die Tiere lieber unter Aufsicht am Haus. Unserer Aufsicht, aber vor allem auch der Aufsicht unserer lieben Nachbarn (das ist durchaus so gemeint), die immer ein wachsames Auge auf unsere Schäfchen haben.

                                          

Vor allem sind auch noch die Flaschenlämmer am Haus, wie meine hier abgebildete kleine Shetlanderin Tiffy, die von ihrer Mutter Marcy leider nicht angenommen wurde. Leonie, eine Wensleydale, bekommt auch noch die Flasche zu, da ihre Mutter Winnie anfangs zu wenig Milch hatte. Inzwischen bekommt Leonie dort zwar genug, besteht aber auch noch immer auf ihre Flasche dazu. So bekommt sie auch noch ein wenig, so bleibt sie schön zahm.

Der Aufwuchs auf den Hausweiden, die den ganzen Winter beweidet wurden, ist naturgemäß dürftig, reicht aber für die paar Tiere. Gestern war dann trotzdem einmal ein Weidewechsel angesagt, da Schafe einfach sehr wählerisch sind und auch viele Gräser stehen lassen. So kommen sie alle paar Wochen auf eine neue Weide, die vorige wird gemulcht und bekommt etwas Ruhe - und hoffentlich Regen! So haben wir die Weiden am Haus in mehrere Stücke unterteilt, dass immer frischer Aufwuchs garantiert ist.

Hier läßt Andie die Shetlander auf die neue Weide, sie können es kaum erwarten und stürmen durch die Zaunlücke.



Bevor der Mulcher zum Einsatz kommt, dürfen die Pferde nachweiden. Andere Leute holen sich Schafe, um die Pferdeweiden zu pflegen, bei uns dürfen die dicken Isländer erst nach den Schafen auf die Weiden. Auch die beiden Isis waren hocherfreut, auf eine neue Weide zu kommen. Ihre war noch abgefressener...  Die 31jährige Brana (links) und der 20jährige Skafti lassen sich zu einer kleinen Galoppeinlage hinreißen.


                                         Der "Jungspund" Skafti dreht noch eine Extrarunde...

                     ... um sich dann für die Fotografin noch etwas in Positur zu stellen.





Es ist zu trocken!! Stein-reich sind wir sowieso.. Das ist ein Teil der Weide, auf die die Schafe erst gelassen wurden, wohlgemerkt. Teilweise null Aufwuchs, die Weide hatte drei Wochen Ruhe.