Mittwoch, 11. März 2015

Nach der Schur ist vor der Schur

Eineinhalb Tage hat unser Scherer für die Schur der knapp 140 weiblichen Tiere gebraucht. Alles hat bestens geklappt, die Tiere sind alle schön schier.



Unsere Hunde Murphy und Dave waren nur Zuschauer, während der Schur haben sie nichts zu tun. Die Schafe haben wir am Abend vorher in den Folientunnel gesperrt, am Schurtag wurde dann jeweils ein Trupp von ca. 20 Tieren in einen engen Pferch getrieben. Dort wurde dann jede Dame einzeln gegriffen, die Klauen gepflegt und anschließend geschoren. Waren alle aus dem jeweiligen Trupp fertig, wurden sie am anderen Ende heraus gelassen und konnten sich wieder voll und ganz der Heuaufnahme widmen. Es wurde sogar so warm, dass wir die geschorenen Tiere bis zum Abend heraus lassen konnten.



Die Wolle wurde je nach Qualität einzeln eingetütet oder kam in den großen Sammelsack, den wir dann im Juli zur Annahmestelle bringen.
Die Qualität der Vliese ist jedoch durchgehend weitaus besser als in den Vorjahren, in denen wir immer erst weit nach der Lammzeit geschoren haben. Die Wolle war dieses Mal überhaupt nicht verfilzt und auch die Einstreu war deutlich weniger. Das liegt zum einen daran, dass die Wollqualität während der Trächtigkeit besser ist (viele Frauen kennen das von den eigenen Schwangerschaften ;-) ), zum anderen hat noch kein Lamm auf der Mutter herum getobt.



Die Schafe fühlen sich wohl, keines machte den Eindruck, zu frieren. Der Folienstall heizt sich durch die Tiere genügend auf und sie haben vor allem Futter satt.
Wir sind sehr erleichtert, dass die Wolle vor der bestehende Lammzeit herunter gekommen ist. Auf einen Blick ist zu erkennen, wie weit das Muttertier ist, ob die Lammung unmittelbar bevorsteht. Gerade bei unseren "Wollmonstern" war dort sonst immer nachfühlen angesagt. Die Lämmer haben es leichter, das Euter zu finden und die Wolle verschmutzt nicht so während der Lammung. Obendrein suchen die Muttertiere bei Regen oder Kälte selbst den schützenden Stall auf und nehmen ihre Lämmer mit.

Da die Qualität der Wolle so gut war, ist nicht viel in den großen Sammelsack gewandert, das wäre einfach zu schade gewesen. Einige Vliese sind von Wollsüchtigen gleich vor Ort gekauft worden, es ist aber immer noch Wolle da.
In den nächsten Tagen werde ich an dieser Stelle den Link zu einem Album einstellen, in dem ein Foto jedes Vlieses mit Angabe der Menge und des Preises enthalten ist.

Im Mai steht dann noch die Schur der Böcke an.