Sonntag, 10. März 2013

Vorbereitungen

Da für gestern ein recht schwerer Wintereinbruch angekündigt wurde, haben wir noch einige Vorbereitungen getroffen. Die trächtigen Tiere liefen auf der Hausweide beim Folientunnel, ca. 200 Meter vom Haus und Stall entfernt. Das ist zu weit, um nachts bei Schneetreiben und kaltem Ostwind Neugeborene und Mutter in den Stall zu holen, wenn die Kleinen womöglich eine Wärmelampe brauchen.  Dort draußen haben wir keinen Stromanschluß. Also haben wir die Damen alle in den Stall geholt, etwas näher in Augenschein genommen und sortiert. Alle Muttertiere können leider nicht im Stall bleiben, das wäre zu eng.

Zunächst haben wir die Gelegenheit genutzt und die Walliser frei geschoren. Die Damen haben zum Ende des Winters so viel Wolle, dass Andie ihnen Bauch, Hinterteil und den teilweise sehr langen Schwanz frei scheren muss. Natürlich nicht nackig, aber so, dass es nach dem Lammen nicht alles verklebt und vor allem, dass die Lämmer das Euter leichter finden. Wie man hier bei Elsa sehen kann, hängen vor allem auch unter dem Bauch ordentlich Zotteln.



Ich bitte das Gestell Marke Eigenbau gebührend zu bewundern, das mein Mann gebaut hat. Als Kopfhalter dient ein doppelter, rund gebogener Garderobenhaken. Die Tiere werden mit einer Kette fixiert. So stehen die Tiere ruhig. In der Hochträchtigkeit vermeiden wir es möglichst, die Muttern hinzusetzen, wie man es normalerweise zum Scheren tut.
Erfreut habe ich festgestellt, dass bis auf Rieke ALLE Walliser aufeutern, die gedeckt wurden. Das hatten wir seit der Blauzungenimpfung nicht mehr, dass nahezu alle Walliser tragend sind. Selbst unsere selbstgezogene Olga, die inzwischen schon drei ist und noch nie trächtig war, hat eine recht große Kugel und schon ordentlich Euter. Und auch unsere Lina, die einmal gelammt hat und dann zwei Jahre leer blieb, ist trächtig.

Da es bei den Wallisern bis zum Lammen noch mindestens eine Woche dauert, sind sie wieder in den Tunnel gezogen. Da es jetzt deutlich weniger Tiere sind, können wir sie nachts im Tunnel einsperren. So sind sie vor Wetterunbill gut geschützt und bei Kontrollgängen nachts gut zu überblicken.

Die Wensleydale, die Devon Longwool, die Ryeland und die diversen Mixe sind nun im Stall unter Kameraaufsicht. Hier sind viele hochträchtige Tiere, bei denen wir täglich damit rechnen, dass sie lammen. Heute Nacht hat dann auch prompt ein vom Devon gedecktes Mixschaf Zwillinge abgeliefert. Die Shetlander haben einen eigenen kleinen Stall etwas abseits. Bei denen dauert es aber auch noch etwas mit dem Lammen.

Gestern nachmittag, als wir alles in trockenen Tüchern hatten, fing es dann an zu schneien. Und zu wehen. Und hörte nicht auf. Und heute morgen sieht es nun so aus:

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie heilfroh wir sind, gestern alles geregelt zu haben. Mit so einem Wintereinbruch haben wir nun wirklich nicht mehr gerechnet. Die Walliser liegen hochzufrieden in ihrem Tunnel, satt gefressen an dem Heuballen, den wir ihnen gestern noch hingestellt haben. Das Klima im Tunnel ist erstaunlich angenehm. Einige Grade über der Außentemperatur, aber angenehme Luft und schön geschützt.

Den Engländern im Stall geht es ebenfalls bestens. Der Zwischenstand bei den Lämmern:
Zwei Devon mit einem Mädel und einem Zwillingspärchen, zwei Mixe mit jeweils einem Zwillingspärchen vom Devon, die Scottish Blackface und eine Coburger/Blackface Mix mit einem Mädel und Zwillingsmädchen vom Wensleydale, eine Black Welsh Mountain mit einem Zwillingspärchen (davon das Mädel schneeweiß. Ich wäre wirklich SEHR dankbar, wenn mir DAS irgendwer plausibel erklären könnte...).
Bilder folgen. Besonders die halben Wensleydales sehen hochinteressant aus, tolle Farben. Allerdings können die Kleinen bei den derzeitigen Wetterverhältnissen nicht nach draußen und im Stall ist es relativ dunkel, da die Lichtplatten vom Dach und auch die Fenster total zugeweht sind... Der Stall steht am Hang und von oberhalb weht es immer kräftig vom darüber liegenden Feld den ganzen Schnee zu uns herunter.

Leider eutert mein Gotlandpelzschaf Viola noch gar nicht auf. Das bedeutet, dass sie nicht vom Gotländer Steinn tragend ist. Sehr schade, ich hatte mich sehr auf reinrassige Gotlandlämmer von diesen beiden schönen Tieren gefreut. Da sie anschließend aber noch bei Wensleydale Eddi war, besteht noch Hoffnung auf Lämmer von ihr. Frodo, unser letztjähriges braunes Ryelandböckchen, das zuerst bei den Muttertieren mitlief, hat wohl kein Tier gedeckt bekommen. Er hat sich redlich bemüht, das habe ich gesehen, aber die Beine waren wohl doch noch zu kurz. Jedenfalls läuft die Frist dieser Tage aus, in der noch Lämmer von Frodo geboren werden könnten. Alle Ryelandlämmer, die danach geboren werden, sind von Tommy.

Vielen Dank für eure netten Kommentare zu unserem ersten Nachwuchs in dieser Lammsaison. Das kleine Devonmädel ist sehr energiegeladen und ständig nur am Herumhüpfen, sie ist sehr niedlich. Und sie hat sich offensichtlich sehr gefreut, als die ersten Spielkameraden dazu kamen, die nun gemeinsam mit ihr durch den Stall tollen.