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Das große Fressen

Wenn die Schafe hochtragend sind, ca. im letzten Trächtigkeitsdrittel, benötigen die Tiere viel Energie. Nur mit hiesigem Heu lässt sich der Bedarf nicht sicher decken. Auch nicht bei unseren Robusten, gerade zum Ende des Winters hin und bei Mehrlingsträchtigkeiten. Vor allem können die Tiere zum Ende der Trächtigkeit, wenn die Lämmer immer mehr Raum einnehmen, nicht mehr das Raufutter in den benötigten Mengen aufnehmen, um den Bedarf zu decken. Bekommen die Tiere zu wenig Energie zugeführt, besteht jedoch die Gefahr einer Ketose, die trotz intensiver Behandlung oft zum Tod des Muttertieres führt. Selbst wenn die Tiere überleben, sind sie stark geschwächt und können sich nicht um die Lämmer kümmern.

Es muss also vorgebeugt und Kraftfutter zugefüttert werden. In diesem Jahr füttern wir das erste Mal Maissilage, die wir von einem Landwirt im Nachbarort bekommen. Ergänzt werden muss dieses energiereiche mit eiweißhaltigem Futter, wofür wir Rapsschrot einsetzen. Ganz wichtig ist auch die Ergänzung mit Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen, wofür den Schafen mehrere hochwertige Leckschalen zur Verfügung stehen.

Auf der Weide mit dem Tunnel läuft die gemischte Herde. Eigentlich sind die anderen Herden auch von den Rassen her gemischt, nur hier laufen gehörnte und ungehörnte Tiere zusammen, seitdem zu Silvester aus Angst vor der Knallerei die Ryeland und die Mixe das Trennnetz nieder gerissen haben. Da es gut klappt, im Tunnel genug Platz ist und sie noch eine Melkriege als Ausweichmöglichkeit haben, haben wir es so gelassen.

Zunächst werden die Tiere aus dem Tunnel ausgesperrt. Es ist nahezu unmöglich, den Trog zu füllen, wenn die Tiere dabei sind. Ein zum Trog stürmendes Schaf kennt keine Verwandten und rennt auch den Futtermeister über den Haufen. Das ist zwar nicht so gefährlich wie bei einer Bullenherde, aber kann auch recht unangenehm werden, vor allem, wenn gehörnte Tiere dabei sind. Ganz davon abgesehen geht beim Einschütten das meiste Futter daneben, wenn die Damen die Köpfe im Trog haben.
Auf dem ersten Bild stehen die Damen also erwartungsvoll vor dem Tor. Sie stehen aber nicht direkt vor dem Tor, sondern vor dem Anhänger, da sich darin das Futter und Futtermeister Andie befinden, der es gerade anmischt.

                                         
"Boah, dauert das wieder lange"

                                      Der Trog ist befüllt, die Tore können also geöffnet werden:
                                                                     Auf die Plätze - Fertig - Los!







Und von der anderen Seite

Alle Schafe waren herein und an den Trog gestürmt und fraßen. Alle außer Elli. Sie mochte sich wohl nicht so in das Getümmel stürzen. Da Elli aber nicht besonders rund ist, dazu schon acht Jahre alt, seit sie zwei Jahre alt ist jedes Jahr Lämmer hatte, teilweise sogar zwei Mal, muss sie unbedingt Zufutter haben. Obendrein ist sie eine von Muttis Lieblingen. ;)



Natürlich habe ich sie nicht den ganzen Eimer leer fressen lassen. Das hätte sie nicht überlebt. Sie durfte aber so lange fressen, bis die anderen fertig waren.

Vielen lieben Dank für eure positive Resonanz auf meinen letzten Post. Macht echt Spaß, für euch zu fotografieren! :D


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