Montag, 10. Dezember 2012

Evakuierung

Vor gut einer Woche fiel der erste Schnee. Einige Zuchtgruppen waren noch auf den Außenweiden: Die Wensleydale Longwool, die Devon Longwool und die Ryeland. Jede Gruppe hatte mehrere Hektar zur Verfügung, es gab noch reichlich Gras, alle Weiden bieten Schutz, etwas Zufutter und Wasser bekamen die Herrschaften geliefert. Das war alles kein Problem.

Hier sind die Devon Longwool auf ihrer Außenweide. Aus organisatorischen Gründen laufen seit kurzer Zeit die weiblichen Black Welsh Mountain dort auch mit, nachdem sie vom Black Welsh Mountain Widder gedeckt wurden. Die Herde kann den Blick auf den Stocksee genießen. Die Schafe ziehen den Blick auf den Futterlieferanten allerdings vor.

                                                       


Rechts zwei Devon Longwool, die Damen links mit den dunklen Ohren und der dunklen Nase haben den Wensleydale Longwool zum Vater.




                                                                   Frühstück!


Hier ist die Herde der Wensleydale Longwool auf ihrer Weide mit Blick über den Plöner See. Das gehörnte Tier (mit erhobenem Kopf) ist eine Scottish Blackface. Diese werden in England oft von Wensleydale Longwool Böcken gedeckt, das gibt schöne Schlachtlämmer. 



Die Walliser Schwarznasen sind schon länger auf einer der Hausweiden. Sie nutzen den neuen Folientunnel als Unterstand. Wenn es geschneit hat, muss der allerdings abgefegt werden, damit die Folie nicht zu stark belastet wird. Da ist auch schon einmal Nachteinsatz gefragt.



Tja, und dann kam am vergangenen Wochenende noch einmal richtig viel Schnee, verbunden mit Wind. Eine denkbar schlechte Kombination hier im Norden, da es dann sofort Schneeverwehungen über die weiten Flächen gibt. Zum einen ist das Durchkommen zu den Weiden dann erschwert, da sie teilweise nur über nicht geräumte Feldwege zu erreichen sind, zum anderen werden die Zäune zugeweht. Wenn die Schneedecke zu hoch ist, suchen die Tiere auch nicht mehr nach Futter. Wenn sie komplett zugefüttert werden müssen, sind sie aber am Haus besser aufgehoben. Also war angesagt, die restlichen Schafe an´s Haus zu holen. Leicht gesagt, der Geländewagen war mit den Schneemassen überfordert. Also musste der Anhänger hinter den Trecker gehängt werden.

Hier kommt Andie mit dem letzten Trupp zu Hause an.




Nun sind also alle weiblichen Tiere auf den Hausweiden. Ein gutes Gefühl, aber natürlich auch mehr Arbeit. Heu verteilen, Wasser schleppen.
Einzig die Böcke bleiben auch den Winter über auf einer erreichbaren Weide und werden dort zugefüttert. So gehen wir auf Nummer sicher, dass nicht doch einmal einer in der falschen Herde steht und für Unruhe sorgt oder womöglich Jungtiere ungewollt gedeckt werden. Die Böcke werden dort zugefüttert und haben vor allem fließend Wasser in Form einer Quelle, die noch nie zugefroren ist.

Die Islandpferde stehen am Haus. Der 31-jährigen Brana macht der Schnee nichts aus.




So sah der Tunnel nach dem zweiten schneereichen Tag aus. Die Fläche davor ist unberührt. Die Damen ziehen es vor, an den Heuraufen zu bleiben. 



Der Feststall steht in unmittelbarer Nähe des Hauses und ist noch nicht so voll. Erst zum Ende der Trächtigkeit, ca. ab Mitte Februar, werden die hochträchtigen Muttertiere hier in Gruppen einziehen und die Jungtiere sowie nicht trächtigen Schafe in den Tunnel ziehen, der gute hundert Meter entfernt steht.



Die Shetlandschafe haben eine umgebaute Melkriege für sich und einen Würfel, der immer mit Heu gefüllt ist. Die Shetlandschafe sind neben den Islandpferden die einzigen, die trotzdem fleißig den Schnee wegkratzen und nach Gras suchen.



Für alle unsere Schafe gilt: Sie fressen sehr gerne sauberen Schnee, obwohl sie bei Frost zweimal täglich frisches Wasser bekommen und auch saufen. Wenn es nicht friert, haben sie natürlich immer Zugang zu sauberem Wasser.