Montag, 24. September 2012

Jamie hat ein neues Zuhause

Jamie wenige Tage alt
Den Großteil unserer Lämmer verkaufen wir jedes Jahr. Wenn es von Anfang an klar ist, dass ein Lamm später verkauft wird, versucht man, sein Herz nicht so daran zu hängen und Namen bekommen sie dann sowieso nicht. Ich kann hier nicht über jedes verkaufte Lamm berichten. Aber von einem besonderen, von Jamie, möchte ich doch erzählen.

Im Post Mehr Shetlandlämmer habe ich ja schon berichtet, dass er, damals noch namenlos, mit seiner Zwillingsschwester das Licht dieser Welt erblickt hat. Über diese beiden Shetlandlämmer habe ich mich besonders gefreut, da sie so schöne Farben und Abzeichen haben. Und ich habe sofort beschlossen: Diese beiden bleiben auf jeden Fall, das Böckchen kann später die anderen Auen decken.

Leider zeichnete sich mit der Zeit ab, dass Jamie, wie er inzwischen hieß, keine Hörner bekommen würde. Sehr, sehr schade, denn bei der gehörnten Variante der Shetlandschafe haben die Böcke wunderschöne Schneckenhörner. So wie meine beiden bisherigen Zuchtböcke Jimmy und Johnny, Jamies Vater, sie entwickeln.
In diesem Jahr werde ich den weißen Jimmy als Deckbock einsetzen. Ich hoffe, er ist reinerbig. Natürlich kann die Mischerbigkeit bei den Böcken aber auch von den Muttern kommen. Das wäre ärgerlich.



Etwa zu der Zeit bekam ich eine Anfrage Joey betreffend, Jamies Halbbruder. Joey ist kohlrabenschwarz und ebenfalls nicht richtig gehörnt. Er stand von Anfang an zum Verkauf, da ich seinen Vater als Deckbock habe, der ebenfalls schwarz ist. Irina interressierte sich aber für ihn, da Shetlander sehr schöne Wolle haben und sie ihn als Deckbock für ihre Skudden einsetzen wollte.
Irina kennt sich berufsbedingt mit Genetik aus und beschäftigt sich schon seit längerem mit der Farb- und Hornvererbung bei Shetlandschafen. Eine unschätzbare Wissensquelle für mich!


Jamie (rechts) und seine Zwillingsschwester Judy, vier Wochen alt


Irina kam nun letzte Woche, um Joey abzuholen. Inzwischen hatte ich mich entschlossen, ihr auch Jamie anzubieten, da ich ihn nicht zur Zucht einsetzen würde. Ich möchte möglichst nur Böcke einsetzen, die reinerbig gehörnt sind.
Irina überlegte lange hin und her, verbrachte die halbe Nacht im Stall bei den Beiden und verkündete dann am nächsten Morgen ihren Entschluß: Sie würde Jamie mitnehmen. Eigentlich sollte es ja ein schwarzer Bock sein. Aber Jamie sieht einfach zu interessant aus und hat auch sehr schöne Wolle.
Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass er etwas mutiger ist als Joey? Er ist selbstbewußt, aber dennoch distanziert und überhaupt nicht aufdringlich, nimmt aber gerne ein Stückchen Knäckebrot aus der Hand.

Jamie mit fünf Monaten, ein paar Tage vor seiner Reise



Und so ging Jamie dann auf die Reise Richtung Südosten. Ich ließ ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen. Er fehlt mir, aber ich weiß, dass er es bei Irina gut hat und vor allem darf er dort nicht nur Wolle liefern, wie er es hier getan hätte, sondern darf auch für Nachwuchs sorgen.
Irina hat in ihrem Blog auch schon berichtet, zum einen
von ihrem Besuch bei uns und natürlich
über Jamie


Liebe Irina, ich freue mich, in dir eine ebenso Shetlandverrückte gefunden zu haben und wünsche dir viel Freude mit Jamie!



Und Joey? Der ist nun noch zu haben.