Freitag, 10. August 2012

Bleiberecht für Monty

....aber nur als Hammel. Monty ist ein fünf Monate altes Shetland Bocklamm. An dieser Stelle (*KLICK*) habe ich schon einmal unter anderem von ihm und seiner Zwillingsschwester Tiffy berichtet. Ich möchte Monty gerne behalten, aber nicht als Bock. Da ich ihn nie als Deckbock einsetzen würde, möchte ich ihn lieber als Hammel am Haus laufen haben und nicht auf der entfernten Bockweide.

Da Monty allmählich anfing, Interesse an den Damen zu zeigen, was ihn allerdings auch nicht davon abhält, immer noch bei seiner Mutter Marcy zu trinken, war es an der Zeit, ihn entmannen zu lassen. Der Termin beim Tierarzt war schnell vereinbart, gestern war es soweit. Die Kastration sollte unblutig statt finden.

Kurzerhand wurde Monty für die drei km in´s Nachbardorf in das Auto verfrachtet. Der sonst so freche und selbstbewußte Monty war dann doch recht verunsichert, was man ihm deutlich ansieht.



                                                       


In der Praxis angekommen kamen unser Tierarzt und seine neue Assistentin, die das Kneifen noch üben muss, zu uns nach draußen. Monty bekam eine Sedierung und lag ganz ruhig auf der Seite.

Gekniffen werden Böcke mit Hilfe der Burdizzo Zange, die den Samenstrang und die Blutversorgung für den Hoden abklemmt.
Hier wird die Zange angesetzt und arretiert. Sie muss natürlich exakt sitzen, damit die Versorgung der Hoden auch komplett unterbunden wird.



                                        Die Zange bleibt dann für zwei Minuten geschlossen.


Das Ganze dann natürlich auch noch auf der anderen Seite. Äußerlich ist nichts zu sehen. Wie bei einer operativen Kastration sind die Tiere auch hier natürlich nicht sofort zeugungsunfähig.

Zu Hause angekommen war Monty noch recht benommen, nach einer halben Stunde stand er aber bereits wieder und graste, als wäre nichts gewesen. Erfahrungsgemäß wird das Gewebe die nächsten Tage etwas anschwellen und Monty zu einem etwas breitbeinigen Gang veranlassen.

Dann werden die Hoden nach und nach verkümmern, bis nach einigen Wochen nur noch ein kleiner schlaffer Sack vorhanden ist.

Das Kneifen ist für mich DIE Methode, einen Bock zum Hammel zu machen. Gerade im Sommer ist die Gefahr einer Infektion bei einem operativen Eingriff ungleich größer. Ganz abgesehen von den sowieso vorhandenen Risiken einer OP.

Wer einfach nur ein paar nette Schafe halten möchte, z.B. als Wolllieferanten, sollte durchaus auch die Möglichkeit bedenken, sich Hammel anzuschaffen, bzw. Böcke, die er kastrieren läßt. Hammel sind nicht mehr tesosteronvernebelt und triebgesteuert wie es Böcke manchmal sind, es sind komplett friedliche und ruhige Genossen, die vor allem auch ein paar Schmuseeinheiten durchaus zu schätzen wissen.