Sonntag, 15. April 2012

Rooing oder: Das gerupfte Huhn

Viele ursprüngliche Rassen stoßen ihre Wolle im Frühjahr nahezu selbst ab. Meine Shetlander sehen teilweise aus, als hätten sie einen Mantel an. Bei US-amerikanischen Shetlandzüchtern habe ich in Blogs gesehen, dass sie die Wolle ihrer Tiere "abpflücken", so läßt sich das "rooing" wohl am passendsten übersetzen. Vorteil ist, dass nur die alte Wolle entfernt wird, sie bricht an der Schwachstelle ab und die Tiere behalten einen Flaum der bereits neuen Wolle.

Heute habe ich es bei Mary versucht. Ich habe am Hinterteil angefangen, da war die Wolle richtig lose. Ich habe mich dann vorgearbeitet bis zum Kopf. Es ging relativ gut, nur im Nacken und an den Schultern saß die Wolle noch etwas fester, ließ sich aber auch lösen.


Mary war recht unruhig, aber sie kennt es auch nicht,  angebunden zu sein und festgehalten zu werden. Meine Annahme, dass die Prozedur sehr unangenehm ist und sie bei erstbester Gelegenheit die Flucht ergreifen würde, hat sich nicht bestätigt.  Als ich sie nach getaner Arbeit losgebunden habe, blieb sie noch sehr lange bei mir und ließ sich kraulen.