Sonntag, 3. August 2014

Heuernte

Es ist ja eigentlich jedes Jahr dasselbe, und trotzdem ist es immer wieder auf´s Neue ein gutes Gefühl, wenn die Heuernte eingebracht ist.



Zuerst wird gemäht. In diesem Jahr fast schon professionell mit zwei Schleppern.
Den zweiten fährt unsere Tochter. Sie hat auch das Bild geschossen.



Es war wieder einmal nicht einfach aufgrund des Wetters. Vier trockene Tage am Stück sollten es schon gerne sein. Gerne auch ein fünfter, um die gepreßten Ballen in Ruhe einfahren oder abdecken zu können. Natürliche behalten wir immer die einschlägigen Agrarwetterdienste und damit das Wetter der nächsten Tage im Auge. Gerade in diesem Jahr kam es allerdings oft nicht hin. Entweder wurden Niederschläge angesagt, die nicht kamen ("Mist, hätten wir mal gemäht"), oder es wurde dann plötzlich doch etwas angesagt - und kam auch. So geschehen, als wir die erste Wiese abgemäht hatten. Es war zunächst eine Woche Sonnenschein angesagt, nach dem Abmähen tauchten dann aber Gewitterwolken am Vorhersagehorizont auf. Also musste einen Tag früher gepreßt und damit dann auch gewickelt werden. Denn wenn noch zu viel Restfeuchte in den Halmen ist, wird das Heu muffig und staubig. In Silofolie gewickelt siliert es und wird hochwertiges Futter.

Danach muss gewendet werden. Und das jeden Tag bis zum Pressen,
damit das Gras gut durchtrocknet. Die Halme müssen knistern,
wenn man sie in die Hand nimmt.

Allerdings ziehen unsere Damen eindeutig Heu der sogenannten Heulage oder der noch feuchteren Silage vor. Es ist immer beeindruckend, wie groß der Unterschied bei der Fütterung ist. Auf Heu stürzen sie sich beim Vorlegen einer neuen Balle jedes Mal, als wären sie kurz vor dem Verhungern. Heulage wird auch gefressen, da geht es dann aber sehr gesittet zu ("Naja, wenn es nichts anderes gibt..."). Und es wird noch mehr sortiert und verschwendet, als es die wählerischen Schafe ohnehin schon tun. Da das Wickeln ein zusätzlicher Kostenfaktor ist, versuchen wir es auch aus dem Grund zu vermeiden. Müllvermeidung spielt natürlich auch eine Rolle, wobei man die gebrauchte Folie im nächsten Jahr aber auch zum Recyceln geben kann.

Kurz vor dem Pressen wird geschwadet, wofür eine weitere Maschine
benötigt wird. Das Heu liegt dann in Reihen und kann von der Presse aufgenommen werden.
Das Pressen übernimmt für uns ein Unternehmer.


Die Ballen liegen dort, wo die Presse sie ausgespuckt hat und müssen zusammen gefahren werden.
Ganz im Hintergrund sind einige aufgeladene Ballen zu sehen.

Meister Adebar nutzt die abgeernteten Flächen zur Futtersuche.
Ich bitte die Bildqualität zu entschuldigen, er war sehr weit weg.

Puh, geschafft. Das Winterfutter ist eingebracht.