Samstag, 29. Dezember 2012

Aus Lämmern werden Leute, äh Schafe

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich die Lämmer entwickeln. Bei den Tieren, die bei uns bleiben, ist es besonders schön. Erst recht interessant finde ich es bei den Shetlandern, weil sich da die Farbe auch immer etwas verändert.
Heute war ein guter Tag zum Fotografieren, und so habe ich aktuelle Bilder von meinen Lieblingen gemacht. Die meisten Bilder habe ich von Judy und Monty, die sind besonders fotogen. Die anderen schwarzen Lämmer Tiffy, Trixie und Joey lassen sich irgendwie nicht so gut ablichten. Tiffy macht ständig Blödsinn oder kommt sofort zu mir gelaufen, Trixie und Joey sind recht scheu.

Auf dem ersten Bild sind Judy und ihr Bruder Jamie einen Tag alt. (Wie es Jamie ergeht, kann bei Irina auf skud.de nachgelesen werden)

                                                

                                  Auf dem nächsten Bild ist Judy auch erst wenige Tage alt.



Hier  sind Judy und Jamie einen Monat alt. Sie werden allmählich etwas heller. Die Farbe nennt sich bei den Shetlandern grey katmoget. Erst verstand ich nicht, warum es als "grau" bezeichnet wird. 



So sieht Judy jetzt aus, mit gut acht Monaten. Die Wolle ist sehr hell, aber am Grund ist sie richtig grau. Hätte ich ja auch mal fotografieren können.... wird nachgeholt, versprochen.



Hier ist Judy noch einmal im Portrait. Ich finde, sie ist ein sehr schönes Schaf geworden. Obendrein ist sie eine ganz Liebe, total verschmust und anhänglich. Und die Wolle ist soooo weich. Ich hoffe, ich bekomme sie unverfilzt und mit möglichst wenig Einstreu über den Winter. Abends sitze ich oft bei den Shetlandern im Stall und vor allem Judy mag es, wenn ich ihr die Halme aus der Wolle sammle.



Nun kommt Monty, der kleine Rüpel. Auf dem ersten Bild auch wenige Tage alt.



Auf dem nächsten Bild ist Monty zwei Monate alt, noch Bock, ganz schön frech und noch tiefschwarz. Er hält sich für den Größten. Von den Shetlandlämmern ist er das auch...



So sieht Monty heute aus, ebenfalls mit gut acht Monaten. Er ist dunkelbraun, an der Basis ist die Wolle noch schwarz. Seine Locken sind recht lang, teilweise etwas filzig, aber ganz kuschelig.

Da ich ganz sicher war, Monty nie als Deckbock einsetzen zu wollen, ihn aber unbedingt behalten wollte, habe ich ihn kneifen, d.h. unblutig kastrieren lassen. So darf er die ganze Zeit mit den weiblichen Tieren am Haus laufen und bekommt besonders viel Streicheleinheiten, die er sehr genießt.




Und wie gesagt: Tiffy macht entweder Blödsinn... 



...oder steht direkt vor mir (das Bild ist von letzter Woche)


Montag, 10. Dezember 2012

Evakuierung

Vor gut einer Woche fiel der erste Schnee. Einige Zuchtgruppen waren noch auf den Außenweiden: Die Wensleydale Longwool, die Devon Longwool und die Ryeland. Jede Gruppe hatte mehrere Hektar zur Verfügung, es gab noch reichlich Gras, alle Weiden bieten Schutz, etwas Zufutter und Wasser bekamen die Herrschaften geliefert. Das war alles kein Problem.

Hier sind die Devon Longwool auf ihrer Außenweide. Aus organisatorischen Gründen laufen seit kurzer Zeit die weiblichen Black Welsh Mountain dort auch mit, nachdem sie vom Black Welsh Mountain Widder gedeckt wurden. Die Herde kann den Blick auf den Stocksee genießen. Die Schafe ziehen den Blick auf den Futterlieferanten allerdings vor.

                                                       


Rechts zwei Devon Longwool, die Damen links mit den dunklen Ohren und der dunklen Nase haben den Wensleydale Longwool zum Vater.




                                                                   Frühstück!


Hier ist die Herde der Wensleydale Longwool auf ihrer Weide mit Blick über den Plöner See. Das gehörnte Tier (mit erhobenem Kopf) ist eine Scottish Blackface. Diese werden in England oft von Wensleydale Longwool Böcken gedeckt, das gibt schöne Schlachtlämmer. 



Die Walliser Schwarznasen sind schon länger auf einer der Hausweiden. Sie nutzen den neuen Folientunnel als Unterstand. Wenn es geschneit hat, muss der allerdings abgefegt werden, damit die Folie nicht zu stark belastet wird. Da ist auch schon einmal Nachteinsatz gefragt.



Tja, und dann kam am vergangenen Wochenende noch einmal richtig viel Schnee, verbunden mit Wind. Eine denkbar schlechte Kombination hier im Norden, da es dann sofort Schneeverwehungen über die weiten Flächen gibt. Zum einen ist das Durchkommen zu den Weiden dann erschwert, da sie teilweise nur über nicht geräumte Feldwege zu erreichen sind, zum anderen werden die Zäune zugeweht. Wenn die Schneedecke zu hoch ist, suchen die Tiere auch nicht mehr nach Futter. Wenn sie komplett zugefüttert werden müssen, sind sie aber am Haus besser aufgehoben. Also war angesagt, die restlichen Schafe an´s Haus zu holen. Leicht gesagt, der Geländewagen war mit den Schneemassen überfordert. Also musste der Anhänger hinter den Trecker gehängt werden.

Hier kommt Andie mit dem letzten Trupp zu Hause an.




Nun sind also alle weiblichen Tiere auf den Hausweiden. Ein gutes Gefühl, aber natürlich auch mehr Arbeit. Heu verteilen, Wasser schleppen.
Einzig die Böcke bleiben auch den Winter über auf einer erreichbaren Weide und werden dort zugefüttert. So gehen wir auf Nummer sicher, dass nicht doch einmal einer in der falschen Herde steht und für Unruhe sorgt oder womöglich Jungtiere ungewollt gedeckt werden. Die Böcke werden dort zugefüttert und haben vor allem fließend Wasser in Form einer Quelle, die noch nie zugefroren ist.

Die Islandpferde stehen am Haus. Der 31-jährigen Brana macht der Schnee nichts aus.




So sah der Tunnel nach dem zweiten schneereichen Tag aus. Die Fläche davor ist unberührt. Die Damen ziehen es vor, an den Heuraufen zu bleiben. 



Der Feststall steht in unmittelbarer Nähe des Hauses und ist noch nicht so voll. Erst zum Ende der Trächtigkeit, ca. ab Mitte Februar, werden die hochträchtigen Muttertiere hier in Gruppen einziehen und die Jungtiere sowie nicht trächtigen Schafe in den Tunnel ziehen, der gute hundert Meter entfernt steht.



Die Shetlandschafe haben eine umgebaute Melkriege für sich und einen Würfel, der immer mit Heu gefüllt ist. Die Shetlandschafe sind neben den Islandpferden die einzigen, die trotzdem fleißig den Schnee wegkratzen und nach Gras suchen.



Für alle unsere Schafe gilt: Sie fressen sehr gerne sauberen Schnee, obwohl sie bei Frost zweimal täglich frisches Wasser bekommen und auch saufen. Wenn es nicht friert, haben sie natürlich immer Zugang zu sauberem Wasser.