Samstag, 29. September 2012

Vorbereitungen für den Winter

Im Winter holen wir alle weiblichen Tiere auf die Hausweiden. Die hochtragenden Tiere haben wir dann nachher im Stall hinter dem Haus, um sie mit der Kamera vor allem auch nachts im Blick zu haben. Tagsüber dürfen sie auf die Weiden, aber nachts sind sie dann im Stall.

Nun ist der Platz im Stall begrenzt und der Stall läßt sich auch aufgrund der Lage unseres Grundstücks nicht vergrößern. Vor allem vor Regen und Wind möchten wir aber alle Tiere schützen, und auch im Trocknen füttern können. Warm muss ein Stall nicht sein, nur Schutz vor Wetterunbill bieten.

In diesem Winter werden wir zum ersten Mal den Einsatz eines ehemaligen Folien-Gewächshauses ausprobieren. Der Vorteil liegt auf der Hand, es ist deutlich günstiger und leichter aufzubauen als ein fester Stall. Im Frühjahr kann es dann wieder abgebaut werden.

Diesen Winter werden dort die Jungtiere einziehen und die Muttertiere, die aus verschiedenen Gründen nicht gedeckt werden.


 
Das ergibt einmal einen Stall von 5 x 25 Metern. Kaum vorstellbar

Zunächst wird das Gerüst aufgebaut.

Die Bögen werden mit den Längsstreben verbunden

Das Grundgerüst steht

Über die volle Länge werden Kunststoffschnüre gespannt, ähnlich einer Wäscheleine

Eine spezielle, UV-beständige Folie wird darüber gespannt

Der Gewächshaustunnel wird mit zwölf solcher Anker gesichert

Von innen werden Platten zum Schutz der Folie gegen geschraubt

Fertig. In der Mitte des Tunnels werden Heuballen gelagert, vorne und hinten können dann die Schafe ein- und aus gehen.

Die schwarzen Walliser weihen die neue Unterkunft schon einmal ein. Für gut befunden.



Montag, 24. September 2012

Jamie hat ein neues Zuhause

Jamie wenige Tage alt
Den Großteil unserer Lämmer verkaufen wir jedes Jahr. Wenn es von Anfang an klar ist, dass ein Lamm später verkauft wird, versucht man, sein Herz nicht so daran zu hängen und Namen bekommen sie dann sowieso nicht. Ich kann hier nicht über jedes verkaufte Lamm berichten. Aber von einem besonderen, von Jamie, möchte ich doch erzählen.

Im Post Mehr Shetlandlämmer habe ich ja schon berichtet, dass er, damals noch namenlos, mit seiner Zwillingsschwester das Licht dieser Welt erblickt hat. Über diese beiden Shetlandlämmer habe ich mich besonders gefreut, da sie so schöne Farben und Abzeichen haben. Und ich habe sofort beschlossen: Diese beiden bleiben auf jeden Fall, das Böckchen kann später die anderen Auen decken.

Leider zeichnete sich mit der Zeit ab, dass Jamie, wie er inzwischen hieß, keine Hörner bekommen würde. Sehr, sehr schade, denn bei der gehörnten Variante der Shetlandschafe haben die Böcke wunderschöne Schneckenhörner. So wie meine beiden bisherigen Zuchtböcke Jimmy und Johnny, Jamies Vater, sie entwickeln.
In diesem Jahr werde ich den weißen Jimmy als Deckbock einsetzen. Ich hoffe, er ist reinerbig. Natürlich kann die Mischerbigkeit bei den Böcken aber auch von den Muttern kommen. Das wäre ärgerlich.



Etwa zu der Zeit bekam ich eine Anfrage Joey betreffend, Jamies Halbbruder. Joey ist kohlrabenschwarz und ebenfalls nicht richtig gehörnt. Er stand von Anfang an zum Verkauf, da ich seinen Vater als Deckbock habe, der ebenfalls schwarz ist. Irina interressierte sich aber für ihn, da Shetlander sehr schöne Wolle haben und sie ihn als Deckbock für ihre Skudden einsetzen wollte.
Irina kennt sich berufsbedingt mit Genetik aus und beschäftigt sich schon seit längerem mit der Farb- und Hornvererbung bei Shetlandschafen. Eine unschätzbare Wissensquelle für mich!


Jamie (rechts) und seine Zwillingsschwester Judy, vier Wochen alt


Irina kam nun letzte Woche, um Joey abzuholen. Inzwischen hatte ich mich entschlossen, ihr auch Jamie anzubieten, da ich ihn nicht zur Zucht einsetzen würde. Ich möchte möglichst nur Böcke einsetzen, die reinerbig gehörnt sind.
Irina überlegte lange hin und her, verbrachte die halbe Nacht im Stall bei den Beiden und verkündete dann am nächsten Morgen ihren Entschluß: Sie würde Jamie mitnehmen. Eigentlich sollte es ja ein schwarzer Bock sein. Aber Jamie sieht einfach zu interessant aus und hat auch sehr schöne Wolle.
Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass er etwas mutiger ist als Joey? Er ist selbstbewußt, aber dennoch distanziert und überhaupt nicht aufdringlich, nimmt aber gerne ein Stückchen Knäckebrot aus der Hand.

Jamie mit fünf Monaten, ein paar Tage vor seiner Reise



Und so ging Jamie dann auf die Reise Richtung Südosten. Ich ließ ihn mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen. Er fehlt mir, aber ich weiß, dass er es bei Irina gut hat und vor allem darf er dort nicht nur Wolle liefern, wie er es hier getan hätte, sondern darf auch für Nachwuchs sorgen.
Irina hat in ihrem Blog auch schon berichtet, zum einen
von ihrem Besuch bei uns und natürlich
über Jamie


Liebe Irina, ich freue mich, in dir eine ebenso Shetlandverrückte gefunden zu haben und wünsche dir viel Freude mit Jamie!



Und Joey? Der ist nun noch zu haben.



Donnerstag, 20. September 2012

Die war doch nicht nur fett...

Wir waren im Frühjahr schon recht enttäuscht, dass nur 50% unserer Black Welsh Mountain Auen gelammt haben - nämlich eine. Sie hatte zwar ein sehr schönes Zwillingspärchen, aber die andere war nicht tragend. Da Othello, der Black Welsh Mountain Widder, partout nicht im Herrenclub, sprich auf der Bockweide bleiben wollte, haben wir im Frühjahr eine kleine Weide abgezäunt, auf der er dann zufrieden mit seinen Damen lief. Black Welsh Mountain sind ja saisonal. Dachten wir. Die zweite Aue, die im Frühjahr nicht tragend war, war schon im Winter recht dick. Über Sommer, auf unserer guten Moorweide, wurde sie immer dicker, so richtig rundum, wie ein Fass.

Montagmorgen stellten wir dann aber fest, dass sie doch nicht nur fett war. Da stand nämlich ein kleines pechschwarzes Black Welsh Mountain Lamm neben ihr.
Black Welsh Mountain sind also offensichtlich asisonal, d. h., dass sie im Gegensatz zu den meisten Schafrassen das ganze Jahr über brünstig werden können, wie z.B. auch unsere Walliser.

Die Bilder sind von heute morgen, die Kleine ist jetzt drei Tage alt und topfit.
Wie man sieht, hat die Mutter aber durchaus auch gut etwas auf den Rippen.


                                                           





Die Mutter kümmert sich vorbildlich und passt sehr gut auf ihr Lamm auf. Sobald ich etwas näher heran wollte, um ein schönes Portrait von der Kleinen zu machen, stellt sie sich sofort dazwischen und führte die Kleine dann weg.

Die Aue hat sagenhaft viel Milch. Beide Black Welsh Mountain haben, ganz ungewöhnlich, ein Euter mit vier Strichen. Und das sind nicht etwa Blindstriche, wie meistens, sondern aus allen vieren kommt Milch. Bei dieser Aue könnten also theoretisch vier Lämmer gleichzeitig trinken, wenn sie sich etwas zusammen drängen. Schafe haben ein aus zwei Hälften bestehendes Euter mit normalerweise insgesamt zwei Zitzen. Wenn man auf dem letzten Bild genau hinguckt, kann man über dem Hauptstrich einen zweiten Strich erkennen.

Das Euter entwickelt sich erst nach dem Lammen so stark. Sonst wäre uns vorher schon einmal aufgefallen, dass die Aue nicht nur dick gefressen ist.


 



Sonntag, 16. September 2012

Vermessungsarbeiten

Heute haben wir dann das 50Meter Maßband genommen und haben die Weide vermessen, die auf jeden Fall als erstes wolfssicher eingezäunt werden soll. Sie liegt zwischen dem Tensfelder Moor und dem Trappenkamper Forst mitten in der Walla Pampa.

Da kommen schon ein paar Meter zusammen. Artie steht hier am unteren Ende der Weide, direkt über seinem Kopf ist der Stall am oberen Ende zusehen.






Gute 400m haben wir in der Länge gemessen, 150m oben und 200m unten in der Breite. Das sind ordentlich ein paar Meter Zaun, die da verbessert werden müssen.

Samstag, 15. September 2012

Der Wolf im Kreis Segeberg

"Dem Wolf gefällt´s in Schleswig-Holstein", Artikel KN

Im August ging es erstmals durch die Presse: In Schleswig-Holstein ist ein Wolf in eine Fotofalle getappt. Es ist der erste lebende Wolf, der nach 200 Jahren hier gesichtet wurde. 2007 gab es schon einmal einen - der konnte aber erst tot von der Straße geborgen werden, er war im Kreis Ostholstein überfahren worden.

Was bedeutet das für uns Schafhalter? Zunächst einmal: Ich habe viel mehr Angst, dass freilaufende Hunde unsere Schafe hetzen. Auch wenn sie zu dämlich sind, ein Tier zu reißen; ein Schaf kann aufgrund des Stresses sterben, verlammen, wenn es tragend ist, und vor allem kann eine Herde in Panik ausbrechen und großen Schaden anrichten. Ihr erinnert euch an das Zugunglück in einem Tunnel 2008? Dort hat auch vermutlich ein Hund die Tiere in Panik versetzt.

Da der jetzt gesichtete Wolf sich aber im westlichen Kreis Segeberg, unserem Kreis, aufhält, habe ich um die Beratung des Wolfsbeauftragten gebeten. Herr Matzen vom Freundeskreis freilebender Wölfe war hier und hat sich unsere Weiden angesehen. Er empfiehlt uns auf jeden Fall, unsere Weiden wolfssicher einzuzäunen. Dafür gibt es Zuschüsse vom Land. Wir haben einige außerhalb und einsam liegende Weiden, die zudem in Moor- und Forstnähe liegen, den bevorzugten Aufenthaltsgebieten des Wolfs.

Der in Schleswig-Holstein lebende Wolf ist ein männliches Jungtier aus einer polnischen Population, das wurde anhand von DNA-Untersuchungen der Losung nachgewiesen. Es ist durchaus so, dass sich Einzelgänger ein Revier suchen und nicht, wie ich es vermutet hatte, auf der Suche nach einer Gefährtin immer weiter ziehen. Wölfe gelten zwar als sehr scheu, aber dieser hier hat nachgewiesenermaßen auch schon die A7 gequert. Er nutzt dafür auch durchaus Brücken. Sein Standort ist knappe 30km entfernt, eine unsere Weiden liegt noch ca. 12km dichter an seinem Revier. Diese Entfernungen sind eine Lachnummer für einen Wolf, es ist also nicht ausgeschlossen, dass er auch einmal hier herumstromert.

Wir werden Zuschüsse für wolfssichere Zäune beantragen, das Land ist sehr bemüht, bei Präventionsmaßnahmen zu helfen. Bauen muss man den Zaun allerdings selbst. ;-)
Leider ist das ganze Wolfsthema sehr emotional behaftet und es wird von vielen Leuten sofort ein Abschuss des Tieres gefordert. Völliger Blödsinn, die Gefahr durch Hunde schätze ich -und natürlich auch viele andere Leute- als viel höher ein. Nicht nur für Schafe - auch Kinder, die einige Leute vom Wolf gefährdet sehen, laufen viel größere Gefahr, von einem Hund angefallen zu werden.

Ich würde mich sehr über Kommentare dazu von euch freuen!

Dienstag, 4. September 2012

Das erste Mal

Wenn die Lämmer ca. sechs Wochen alt, bekommen sie  zum ersten Mal eine Wurmkur. Heute war es soweit, der Großteil der jungen Walliser Lämmer ist im richtigen Alter. Bei der Gelegenheit werden dann auch gleich die Klauen geschnitten, sofern es nötig ist. Auf den Weiden nutzen die Klauen leider viel zu wenig ab.




Wer fertig ist, bekommt eine Markierung.